22.11.2015 / Allgemein / /

Wollerau: Erdverlegung der Freileitung das Geld wert?

Die Sachgeschäfte der Gemeinde Wollerau, das Budget 2016 und das geplante Schulzentrum der OBS in der Sihlegg boten der CVP genügend Gesprächsstoff. Vorab die geplante Erdverlegung der Freileitung Freienbach–Wädenswil warf nicht nur aus Kostengründen Fragen auf.

cvp. Eine stattliche Anzahl Mitglieder der CVP Wollerau sowie mehrere Gäste wollten sich am Dienstag, 17. November, aus erster Hand über den an der Sihleggstrasse von der Obersee Bilingual School (OBS) geplanten Schulkomplex orientieren lassen. Die heute in Pfäffikon beheimatete Schule war mit einer Fünferdelegation zugegen und beantwortete die zum Bau sowie zum Schulbetrieb zahlreich gestellten Fragen. Vorab das zusätzliche Verkehrsaufkommen, die Frage der sportlichen und der Freizeitbetätigung der Schüler – konkret die allfällige Nutzung des Freizeitparks Erlenmoos respektive das Vorhandensein einer Turnhalle – beschäftigten die Versammlung. Aus den Ausführungen wurde klar, dass auf den Bezugstermin im Herbst 2017/2018 gegen 200 Tiefgaragenplätze für den „Schülerumschlag“ vorhanden sein sollen. Bei den Berechnungen der Verkehrsströme geht die Schule von Maximalzahlen aus. Zugleich sind Freizeitflächen vorgesehen, die eine Nutzung des Freizeitparks durch den Schulbetrieb nicht nötig machen. Die Frage des Baus einer eigenen Turnhalle ist zurzeit in Abklärung. Die anwesenden Gemeinderäte, Baupräsident Christian Marty und Schulpräsident Marco Casanova, ergänzten die Ausführungen von Seiten der Gemeinde und machten deutlich, dass für Bau wie Betrieb der Schule Bewilligungen nötig sein werden. Dabei sind zum Erhalt der Bewilligungen von Gemeinde und Kanton gerade die von der Versammlung und in den Medien angesprochenen Punkte genau zu prüfen. Die CVP Wollerau wird das Projekt weiterhin kritisch begleiten. Die Obersee Bilingual School kann eine Chance für die Gemeinde sein, gerade auch, wenn nachhaltige Zusammenarbeitsformen zwischen öffentlicher und privater Schule gefunden und zugleich der Schulkomplex in der Sihleggstrasse zu einem Gewinn und keiner (verkehrstechnischen) Belastung für die Gemeinde wird. Ein Gewinn kann die Schule gerade dann werden, wenn die geplante Infrastruktur ausserhalb der Schulzeiten für die Gemeinde nutzbar gemacht werden könnte.

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Erdverlegung der Freileitung sorgt für Diskussionsstoff

Gemeinderat Christian Marty stellte der Versammlung die Sachgeschäfte „Teilrevision der Ortsplanung“ und „Erdverlegung Freileitung Freienbach–Wädenswil“ vor. Während die CVP die Teilrevision der Ortsplanung vorbehaltlos unterstützt und sich dafür engagieren wird, dass die seit längerem geplanten Anpassungen an der Urne durchkommen werden, sorgte die geplante Erdverlegung der Freileitung Freienbach–Wädenswil zwischen Autobahn A3 und Oswäldli für mehr Diskussionsstoff. Begrüsst wurde unisono, dass der Gemeinderat die Vorlage vorlegt und die Wollerauerinnen und Wollerauer über den Betrag von 3,8 Mio. Fr. befinden können. Weniger erfreut war man über den hohen Preis den die Gemeinde Wollerau für diese Massnahme bezahlen soll. Aus Sicht einiger Anwesenden ist der Kostenbeitrag der durch die Leitungsverlegung begünstigten Grundeigentümer in der Höhe von lediglich Fr. 220‘000.— (ca. 6% der Kosten) viel zu niedrig. Im Wissen, dass die Gemeinde einen angemessenen Teil der Kosten rechtlich nicht auf die Grundeigentümer überwälzen kann und diese von den resultierenden Vorteilen (Reduktion der Strahlung, Aufwertung Orts- und Landschaftsbild sowie vor allem Verbesserung der Liegenschaftsnutzungen durch kleinere Abstände) direkt profitieren, ist dieser Kostenbeitrag eher ein Affront für alle anderen Wollerauerinnen und Wollerauer. Auch die zu erwartenden baulichen Behinderungen auf dem Gemeindegebiet während längerer Zeit wurden an der Versammlung thematisiert. Wie die von Christian Marty präsentierte Karte deutlich machte, wird die Trasseeverlegung in die Felsen- und die Samstagernstrasse ein grösserer „Hosenlupf“ sein und möglicherweise noch weitere Kosten im Bereich Tiefbau nach sich ziehen. Die CVP steht der Verlegung der Freileitung wie die Rechnungsprüfungskommission eher kritisch gegenüber.

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Unbestritten waren hingegen der Verkauf der Liegenschaften an der Studenbühlstrasse 63 sowie des ehemaligen Schützenhauses. Die CVP plädiert im Fall des Verkaufs des „Tröndle-Hauses“ dafür, den Erlös auf einem separaten Konto zu „platzieren“ und die erwarteten mindestens 8,6 Mio. Fr. für nachhaltige Projekte und nicht zur Deckung von Defiziten einzusetzen. Den Voranschlag 2016 und die Perspektiven für den Wollerauer Finanzhaushalt präsentierte RPK-Präsident Markus Bamert wie gewohnt kompetent. Die Fragen aus der Runde wusste er alle zur Befriedigung zu beantworten.

CVP Wollerau