06.07.2015 / Allgemein / /

Was in Bern fehlt ist ein cleveres Lobbying für Schwyz! Leserbrief von Marco Casanova


Letzte Woche überraschte Bundesbern den Kanton Schwyz erneut negativ. In einer kurzen Mitteilung informierte das ASTRA (Bundesamt für Strassen), dass man sich „vom Projekt notwendige Anpassungen am Autobahnanschluss Pfäffikon zurückzieht“. Dies passt ins Bild. Die Schweiz kassiert unsere NFA Gelder – über 600 Mio in den letzten sieben Jahren – und lässt uns mit unseren Infrastrukturprojekten seit Jahren im Stich. Was uns in Bern fehlt, sind einflussreiche Standesvertreter. Die unbefriedigenden Verkehrssituationen in Brunnen und Küssnacht beispielsweise, wo der Verkehr quer durchs Dorf führt oder der Seedamm zwischen Pfäffikon und Rapperswil, der eine zentrale Verkehrsachse darstellt, sind Brocken, die für Gemeinden und Kanton zu gross sind, um diese alleine zu schultern. Hier braucht es die Unterstützung vom Bund. Aber der eine unserer aktuellen Ständeräte bezeichnet sich selber als „Sprachrohr der Versicherungswirtschaft“ und mischt sich lieber in rein kantonale Angelegenheiten wir der Anzahl Spitäler ein und der andere verliert bei seinen unausgegorenen Motionen im Stöckli regelmässig im Verhältnis 2:1. Jüngst wieder geschehen in der Sommersession. Wie wenig Einfluss die beiden aktuellen Ständeräte haben, zeigt jüngst auch der Fall RUAG. Dass der zuständige SVP-Bundesrat nichts gegen das Verschwinden von 150 RUAG-Arbeitsplätzen in Brunnen unternimmt, haben seine Parteikollegen aus der Zeitung erfahren. Dann öffentlichkeitswirksam zu Lamentieren soll vom eigenen Unvermögen ablenken, solche Entscheide gar nicht erst entstehen zu lassen.
Wie cleveres Lobbying funktioniert zeigen uns die Walliser. Von der geplanten Rhonekorrektion in der Höhe von 2 Milliarden Franken bezahlt der Bund mindestens zwei Drittel, der Kanton gerade mal 100 Millionen selber, der Rest betroffene Dritte. Wie es auch in unserem Kanton anders geht, zeigt ein jüngstes Beispiel. Derzeit wird nämlich ein durch die ASTRA finanzierter Flüsterbelag vor und nach dem Blatttunnel auf der A3 eingebaut und dies obwohl die ASTRA zu Jahresbeginn noch „Nein“ dazu gesagt hatte. In einer konzentrierten Aktion sind wir in der Höfe (CVP, Gemeinderat und Schulen) daraufhin aktiv geworden; mit Erfolg.
Was der Kanton Schwyz dringend braucht sind Standesvertreter in Bern, die es schaffen, Mehrheiten zu bilden. Ich jedenfalls würde als Ständerat in Bundesbern als Sprachrohr, Lobbyist und Wirtschaftsförderer Nummer Eins des Kantons Schwyz arbeiten und mich dann auch an den konkreten Resultaten messen lassen.

MARCO CASANOVA (lic.rer.pol.), STÄNDERATSKANDIDAT CVP