27.01.2014 / Allgemein / /

Publireportagen – der neue Informationskanal des Gemeinderates Wollerau?

Publireportagen – der neue Informationskanal des Gemeinderates Wollerau?

Die CVP Wollerau empfing am Mittwoch die beiden Gemeindeschreiberkandidaten in ihrem Kreis – und empfiehlt ohne Gegenstimme Beat Deubelbeiss zur Wahl. Die geplante Orientierung von Gemeinderat Stefan Blum zur Situation im Alterszentrum Turmmatt entwickelte sich zu einer Diskussion über Kommunikationspolitik, Rollenverständnis und Kollegialitätsprinzip.

cvp. Auslöser der intensiven Diskussion über die Kommunikationspolitik der Gemeinde war das im „Höfner Volksblatt“ vom selben Tag publizierte und durch die FDP finanzierte ganzseitige Interview („Publireportage“) mit Stefan Blum in seiner Funktion als offizieller Vertreter des Gemeinderates und als designierter Stiftungsratspräsident des Alterszentrums Turmmatt. Dabei brachten zahlreiche Mitglieder ihr Unverständnis über den merkwürdigen Kommunikationsstil zum Ausdruck. Die CVP fordert vom Gemeinderat – auch aufgrund der jüngst publik gewordenen Ereignisse –, dass umgehend eine konstruktivere, über die Parteigrenzen gehende Zusammenarbeit sowie eine professionellere Kommunikation zu erfolgen hat. Daher ruft die CVP Wollerau dem Gemeinderat zu: „Rauft Euch zusammen!“

Beat Deubelbeiss als Gemeindeschreiber
Im Fokus der sehr gut besuchten Versammlung stand aber die anstehende Wahl des Gemeindeschreibers. Die Chance, den beiden Kandidaten Marcel Welti und Beat Deubelbeiss auf den Zahn zu fühlen, wurde genutzt. Die Versammlung konnte sich ein Bild vom einheimischen Bankfachmann mit Projekterfahrung und vom langjährigen Gemeindeschreiber aus dem Aargauischen machen. Die Versammlung entschied sich am Schluss ohne Gegenstimme für Beat Deubelbeiss und seine Berufserfahrung.

Alterszentrum Turmmatt – Blick nach vorne wichtig
Wie Präsident Markus Hauenstein informierte, hatten viele Mitglieder mit Interesse dem Besuch von Gemeinderat Stefan Blum, zugleich Vizepräsident der Stiftung Alterszentrum Turmmatt, und seinen Ausführungen zur Situation im Alterszentrum entgegen geblickt. Umso überraschter waren die Anwesenden, als am Versammlungstag eine ganzseitige „Publireportage“ der FDP erschien, in der zahlreiche Informationen vermittelt wurden, die der Bevölkerung bis anhin weder durch den Stiftungsrat noch durch den Gemeinderat kommuniziert worden waren. Stefan Blums Informationsblock unter dem Titel „Quo vadis Alterszentrum?“ fiel denn auch nur gerade 5 Minuten aus … die Fragerunde dauerte umso länger und entwickelte sich zunehmend zu einer lebhaften Diskussion über das Rollenverständnis und den Kommunikationsstil in Sachen Alterszentrum sowie über die generelle Arbeitsweise und Kommunikation des Gemeinderats als Kollegium.

Klar wurde, dass die vergangenen zwölf Monate aufgrund verschiedenster Umstände für den Stiftungsrat wie das Personal des Alterszentrums, am Schluss aber auch für den Gemeinderat grosse Herausforderungen mit sich brachten. Dass die Kommunikation und auch die Zusammenarbeit zwischen Stiftungsrat und Gemeinde nicht reibungslos verlief, machte  Blum auch am Mittwochabend deutlich.

Die Versammlung war sich einig, dass es nun Ruhe braucht und die neue Crew ihre Arbeit möglichst unbelastet aufnehmen kann. Der Blick ist nach vorne zu richten. Dabei ist der Gemeinderat genauso gefordert wie der Stiftungsrat.

Gemeinderätliche Kommunikation „Quo Vadis?“
Weniger Verständnis brachte die Versammlung für die Informationspolitik von Stiftungsrat und Gemeinderat auf. Dass die Öffentlichkeit den Namen des neuen Heimleiters oder andere „News“ aus einer von einer Partei finanzierten „Reportage“ erfährt, ist mehr als verwunderlich und zeugt von wenig Sensibilität auf Seiten des Stiftungsrates und vor allem des Gemeinderates Wollerau.

Die CVP Wollerau stellt in diesem Zusammenhang dem Gemeinderat die folgenden Fragen:

  1. Wurde der gesamte Gemeinderat über das Erscheinen der „Publireportage“ vorgängig frühzeitig orientiert?
  2. Hat der Gemeinderat den Inhalt abgesegnet – vor allem auch diejenigen Passagen, die das Wirken des Gemeinderates betreffen?
  3. Erachtet der Gemeinderat Wollerau diese Art der Kommunikation künftig als probates Mittel, die Öffentlichkeit zu orientieren?
  4. Müssen die Wollerauerinnen und Wollerauer damit rechnen, dass sich Gemeinderäte über den Weg von Publireportagen weiter vor den parteipolitischen Karren spannen lassen – wenn beispielsweise über die hängige Zonenplanrevision, den Stand der Junkerstrasse oder das weitere Vorgehen in der Saalfrage orientiert wird?

Die CVP erwartet vom Gemeinderat hierzu klare Antworten. Des Weiteren fordert die CVP den Gemeinderat als Gremium als auch die einzelnen Mitglieder des Gemeinderates dazu auf, diesen merkwürdigen Kommunikationsstil umgehend zu beenden und zu einer professionellen Kommunikation, die einer Kollegialbehörde entspricht, als auch zu einer konstruktiveren, über die Parteigrenzen hinausgehenden Zusammenarbeit zurückzufinden.

Ja zum Baurechtsvertrag Fritschweg
Am 9. Februar stimmt die Wollerauer Bevölkerung über die Erteilung eines Baurechts an die „Wohnbaugenossenschaft Wollerau“ ab, damit sie die Möglichkeit erhält, nach einer Umzonung des gemeindeeigenen Areals Fritschweg die Realisierung von Wohnraum an die Hand nehmen zu können. Auch wenn noch nicht absehbar ist, wann diese Umzonung erfolgen wird, gilt es aus Sicht der CVP ein Zeichen zu setzen und Ja zum Sachgeschäft „Baurechtsvertrag mit der Wohnbaugenossenschaft Wollerau“ zu sagen.