05.03.2013 / Allgemein / /

CVP Wollerau mit vielen Fragen zum Teilzonenplan Junkerstrasse

In Rekordtempo hat der Gemeinderat Wollerau die Verfahren zum Teilzonenplan Junkerstrasse durchgezogen. Die CVP Wollerau hat sich am Mitwirkungsverfahren aktiv beteiligt, aber trotz vieler offener Fragen keine Einsprache gegen den Teilzonenplan eingereicht.

cvp. Über die Weihnachtstage hatte die Bevölkerung von Wollerau die Möglichkeit am
Mitwirkungsverfahren für den Teilzonenplan Junkerstrasse teilzunehmen. Die CVP Wollerau erachtet das Geschäft Junkerstrasse als so gewichtig, dass man statt der Ansetzung von Sprechstunden besser eine Informationsveranstaltung durchgeführt hätte. Dieses Vorgehen hätte verschiedene Fragen der Partei erübrigt. Am 14. Januar hat die CVP Wollerau ihre mehrseitige Eingabe mit detaillierten Fragen eingereicht. Mit grossem Erstaunen hat sie bereits eine Woche später ein Schreiben der Gemeinde
Wollerau erhalten, in dem auf das unmittelbar anstehende Auflageverfahren sowie offenbar im Schnellzugstempo erfolgte Anpassungen verwiesen wurde. Eigentliche Erläuterungen zu den gestellten Fragen erfolgten erst auf Nachfrage. Dieses Vorgehen hat viele Mitglieder verärgert, zumal die Junkerstrasse seit langem ein politisch heisses Eisen ist – das mit den geplanten Einzonungen eine zusätzliche Dimension erhalten hat.

Gemeinderätliche Bemühungen anerkennen
Grundsätzlich anerkennt die CVP die Bemühungen des Gemeinderats Wollerau, die aus der Ortsplanungsrevision offen gebliebene Frage der optimierten Erschliessung Altenbach / Meister – kurz Junkerstrasse – einer Lösung zuführen zu wollen. Der Versuch, den Verkehr zu verteilen und die „Problemzonen“ Riedmatt / Blatt / Kreisel nicht noch mehr zu belasten, wird begrüsst. Der nun vorgeschlagene Weg bringt allerdings gewichtige Auflagen mit sich und zeitigt in raumplanerischer Hinsicht weitreichende Konsequenzen. Die CVP Wollerau hat sich zur Vorlage noch keine abschliessende Meinung bilden können, da zu viele Fragen noch offen sind.

Keine raumplanerische Gesamtsicht – Einzonung zwingend?

Es ist aus Sicht der CVP unglücklich, dass für die Realisierung der Junkerstrasse über 3 ha Land eingezont werden sollen. Um das Gebiet Alte Wollerauerstrasse sowie den Kreisel im Dorfzentrum durch eine neue Strasse vom Verkehr zu entlasten, wird in Kauf genommen, dass neuer Verkehr aus einem neu eingezonten Gebiet generiert wird. Die eigentliche Entlastungswirkung dürfte daher beschränkt sein. Leider äussert sich der Bericht nur sehr begrenzt zu den raumplanerischen Fragen. Eine raumplanerische Gesamtsicht fehlt. Die Argumentation, dass die Entwicklungsstrategie 2004 eine Einzonung im Gebiet Junker vorsieht und damit die vorgeschlagene Einzonung der Entwicklungsstrategie entspricht, hinkt. Über eine mögliche Einzonung im Gebiet Junker sollte bei einer nächsten Ortsplanungsrevision gesprochen werden; dies würde also im Zeitraum 2025 thematisiert. In der Richtplanergänzung Höfe ist gar ein Planungshorizont 2040 für die „geeigneten Siedlungserweiterungsgebiete“ angegeben. Die nun vorgeschlagene Einzonung greift dieser Absicht vor. Zudem hat die Gemeinde Wollerau gemäss Statistik noch erhebliche Reserven in der Bauzone W2. Ein Mehrbedarf ist nicht ausgewiesen.

OeV-Regime konkret
Dass die Junkerstrasse für die Führung des OeV in der Gemeinde Wollerau Vorteile hätte, ist unbestritten. Aus den Unterlagen geht allerdings nicht hervor, wie sich der Gemeinderat das OeVRegime nach Realisierung der Junkerstrasse vorstellt. Damit indirekt verbunden ist ja auch die Frage des Verkehrsflusses. Ist ein Einbahnregime Richtung Süden geplant? Können „nur“ der OeV und der Langsamverkehr in beide Richtungen abfliessen? Wenn dem aber so wäre: Ist dann die Strasse mit Breiten bis 7,46 m nicht überdimensioniert? Konkret hat die CVP angeregt, dass der Gemeinderat auf
das Auflageverfahren hin eine vertiefte raumplanerische Einordnung vornimmt und prüft, ob die Junkerstrasse als Groberschliessungsstrasse nicht auch ohne Einzonungen realisiert werden kann. Beides erfolgte bei der Überarbeitung nicht, was zu bedauern ist.
Weitere Fragen stellten sich für die CVP mit Blick auf das Verkehrsregime allgemein: Wie sieht der Gemeinderat den Abfluss des Verkehrs ab der Einmündung Junkerstrasse in die Samstagernstrasse vor? Sind Massnahmen an der Erlenstrasse geplant? Wie sieht das Verkehrsregime für die Bauzonen Altenbach / Gebiet Meister bis zur allfälligen Realisierung der Junkerstrasse aus? Die Liegenschaften Altenbachstrasse 41, 45 und 49 und Junkerweg 4 und weitere haben heute Wegrechte auf der Altenbachstrasse. Ihre Anbindung an die Junkerstrasse wird zwar aufgezeigt. Wie sieht es aber mit den alten Wegrechten aus? Das ursprüngliche Konzept der Verkehrsspangen beinhaltet eine Spange
Süd. Diese ist nicht mehr vorgesehen. Wie sieht es mit der Verkehrsentlastung auf dem Kreisel im Dorfzentrum effektiv aus, wenn man mit den Neueinzonungen mit weiterem Verkehr rechnen muss? Auf weitere offene Fragen wird die CVP in einer zweiten Medienmitteilung eingehen.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen CVP Parteipräsident Wollerau, Markus Hauenstein,
markus.hauenstein@schwyz.net Mobile 079 405 66 77.