10.03.2015 / Abstimmungen / /

Ganz schön kompliziert – und doch genial einfach! (Zum Kantonsratswahlverfahren)

Leserbrief zur Abstimmung über das Kantonsratswahlverfahren von Markus Hauenstein, Kantonsrat CVP Wollerau

Beim Proporzwahlsystem stehen nicht die einzelnen Kantonsräte, sondern die politischen Gruppierungen im Vordergrund. Die für die CVP wichtige Sitzgarantie für jede einzelne Schwyzer Gemeinde bleibt jedoch auch in diesem Wahlverfahren unangetastet. Die Sitze werden proportional zur Anzahl der für eine bestimmte Partei kantonsweit abgegebenen Stimmen unter die Parteien nach der doppelten Puckelsheim Berechnungsart verteilt. Damit haben auch kleinere Parteien eine faire Chance, entsprechend der Stärke ihrer kantonalen Wählerbasis gewählt zu werden. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das recht komplizierte Schweizerische Kantonsratswahlverfahren nach dem Proporzsystem von denjenigen, die sich um die Feinheiten nicht kümmern wollen, ausgesprochen einfach ausgeübt werden kann (man braucht lediglich eine vorgedruckte Wahlliste seiner Wohngemeinde unverändert in die Wahlurne bzw. in das Stimmkuvert zu legen)
denjenigen, die ihren Wählerwillen differenziert zum Ausdruck bringen wollen, mit Panaschieren und Kumulieren griffige Instrumente zur Verfügung stellt die Auswahl von echten Persönlichkeiten sicherlich ebenso gut gewährleistet wie im Majorzsystem ist, ohne dass dessen gravierende Ungerechtigkeiten in Kauf zu nehmen sind. Mit dem ausgeklügelten und fairen Kantonsproporz hat man somit den „Fünfer und das Weggli“. Die Argumente haben alle Parteien ausser die SVP überzeugt und ich werde am 8. März mit Überzeugung zweimal Ja zum „Kantonsproporz mit Sitzgarantie“ auf meinen Stimmzettel schreiben!
Markus Hauenstein
CVP-Kantonsrat und Alt-Gemeindepräsident von Wollerau